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VPA - Verein für psychosoziale und psychotherapeutische Aus-, Fort- und Weiterbildung

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Tagungsdetails > Entwicklungsbedingte und reaktive Ängste aus der Sicht des behavioral-hypnosystemisch arbeitenden Kinder- und Jugendtherapeuten
02.10.09
V1 - Entwicklungsbedingte und reaktive Ängste aus der Sicht des behavioral-hypnosystemisch arbeitenden Kinder- und Jugendtherapeuten
Referent/in: Prof. DDr. Dipl.Psych. Siegfried Mrochen (D)
Dauer: 09:50 bis 10:45
Inhalt
Ängste sind Teil der menschlichen Entwicklungsgeschichte, sowohl individuell als auch auf die Entwicklung der Art bezogen. Die Bereitschaft zur Übernahme von Angst- und Stressreaktionen lässt sich bereits beim ungeborenen Kind im Mutterleib nachweisen. Stammesgeschichtliche Aspekte und Erfahrungen in der Entwicklung des Individuums greifen ineinander und prägen das "Angstschicksal" des Menschen. Lassen sich auf der Entwicklungsschiene im ersten Lebensjahr Trennungsängste anführen, die entwicklungsbedingt dem Umstand geschuldet sind, dass der Säugling ein gänzlich abhängiger, auf Zuwendung, Ansprache und Nahrung angewiesener Nesthocker ist, treten mit zunehmender Ausdifferenzierung der Wahrnehmung, der Intelligenz und vor allem der kindlichen Phantasie ab dem zweiten Lebensjahr andere Unsicherheiten und Ängste hinzu, die Sicherheit, Geborgenheit und Zugehörigkeit des Kindes in Frage stellen und seine späteren Reaktionsmuster auf angstauslösende Situationen und angsttreibende Erlebnisphasen ein Leben lang mitbestimmen können. Ein wichtiges Ziel jeder therapeutischen, aber auch sozial-pädagogischen Interaktion ist daher die Förderung von Kompetenzen, mit den eignen Ängsten beherzt und freundlich umzugehen.

Kognitiv-behavioral arbeitende Therapeuten lehren ihre Klienten durch Erleben und Abwägen von äußeren Anlässen und die Selbstbeobachtung innerer Prozesse zunehmend besser zwischen Panikreaktionen, sinnloser und adäquater Angst und angemessener Vorsicht zu unterscheiden. Systemische Therapeuten haben die Angstreaktionen in der Familie und weiteren Kontexten im Blick, erarbeiten mit den Betroffenen die dem System innewohnenden Bedeutungen der Ängste und die stabilisierenden Teilwirklichkeiten, in die sie eingebettet sind und initiieren nachhaltig wirksame Suchprozesse und Perspektivenwechsel, die zu veränderten Wirklichkeiten führen. Die hypnosystemisch arbeitenden Therapeuten schenken ihre Aufmerksamkeit darüber hinaus den jeweiligen (psycho-physiologischen) Zuständen, die individuell und systemimmanent an Ängste, an Mut, an Gelassenheit, an die überlegte Einschätzung von auslösenden Situationen und Lebenslagen gebunden sind. Sie greifen mit unterschiedlichen Methoden in diese Zustände ein und helfen den Betroffen u.a. durch Entspannung, Imagination, durch Externalisierung und Symbolisierung der Symptome ihre Angstreaktion zu minimieren und zu kontrollieren