04.11.16 bis 05.11.16
Traumabezogenes Coaching für Eltern
Dauer: Freitag: 15:00 - 20:30
Samstag: 09:00 - 17:00
Ort: LFI Oberösterreich
Auf der Gugl 3
4021 Linz
Kosten: Euro 320,00 (für Mitglieder Euro 270,00) inkl. Pausenverpflegung und Mittagessen
Einheiten: 15 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten
Seminarleitung
Dipl.Psych. Karl Heinz Pleyer (D)
Dipl. Psych., PP (app), Lehrtherapeut für Systemische Therapie, Lehrender f. Systemische Beratung u. Supervision (DGSF), langjährige Arbeit in stationärer und ambulanter KJP und Arbeitsfeldern der Jugendhilfe, 1995 bis 2008 therapeutischer Leiter einer kinderpsychiatrischen Tagesklinik, Weiterbildungen in VT, GT, Spieltherapie und Syst. Familientherapie, Mitbegründer der Rheinischen Gesellschaft für systemische Therapie: (www.rgst.de) Pleyer, K.H. (2001): Systemische Spieltherapie – Kooperationswerkstatt für Eltern und Kind. In: Rotthaus, W. (Hrsg.) Systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Heidelberg, Carl Auer Systeme Pleyer, K.H. (2003): Parentale Hilflosigkeit, ein systemisches Konstrukt für die therapeutische und pädagogische Arbeit mit Kindern. Familiendynamik, 28 (4): 467-491 Pleyer, K.H. (2004): Co-traumatische Prozesse in der Eltern- Kind- Beziehung. Systhema 18 (2): 132-149 Pleyer, K.H. (2006): Elterncoaching als unverzichtbarer Baustein in der Kindertherapie in: Cornelia Tsirigotis, Arist von Schlippe u. Jochen Schweitzer (Hrsg.), Coaching für Eltern, Heidelberg, Carl Auer Verlag Korittko, A. & Pleyer, K.H. (2010): Traumatischer Stress in der Familie, Systemtherapeutische Lösungswege. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht (vierte neu bearbeitete Auflage 2013)

Inhalt
Hinter Hilflosigkeit und erzieherischer Inkompetenz von Eltern verbergen sich nicht selten – ebenso wie hinter kindlichen Verhaltensauffälligkeiten - Bewältigungsmuster, die aus individuellen oder gemeinsam erfahrenen traumatischen Belastungen resultieren. Wechselseitige Anpassungsprozesse können in Teufelskreise einmünden und verfestigte, Leid erzeugende Muster in der Eltern- Kind- Beziehung bewirken, die oft schwer auflösbar erscheinen. Wenn komplexe traumatische Konstellationen in Familien die elterlichen Bewältigungsmöglichkeiten überfordern, laufen TherapeutInnen und PädagogInnen Gefahr, selbst hilflos zu werden.

Die Konstrukte „parentale Hilflosigkeit“, „parentale Traumatisierung“ und „cotraumatische Prozesse“ zwischen Eltern und Kindern sollen theoretisch begründet und auf ihre Wirksamkeit für eine systemisch orientierte pädagogische und therapeutische Praxis hin überprüft werden.
Für die praktische Arbeit sollen Prinzipien eines traumabezogenen systemischen Ansatzes vorgestellt werden, die einen verstehenden Umgang besonders mit solchen Eltern erleichtern, die sich als gescheitert erleben, bzw. wenig kompetent erscheinen. So sollen professionelle HelferInnen Hilfen an die Hand bekommen, sich besser vor unangemessenen Bewertungen und emotionaler Distanzierung bewahren können, die den Hilfeprozess beeinträchtigen können.

Es werden Methoden und Vorgehensweisen eines traumabezogenen Elterncoachings vorgestellt, die sich in verschiedensten Therapiekontexten bewährt haben und im Rahmen ambulanter und stationärer Jugendhilfe von besonderem Nutzen sind.