28.10.16 bis 29.10.16
Adoleszenz und Trauma
Dauer: Freitag: 15:00-20:30
Samstag: 09:00-17:00
Ort: LFI Oberösterreich
Auf der Gugl 3
4021 Linz
Kosten: Euro 340,00 (für Mitglieder Euro 295,00) inkl. Pausenverpflegung und Mittagessen
Einheiten: 15 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten
Seminarleitung
Prof.in Dr.in med. habil. Annette Streeck-Fischer (D)
Kinder- und Jugendpsychiaterin, Psychoanalytikerin (DPG, DGPT), Hochschullehrerin der International Psychoanalytic University Berlin (IPU) seit 2009, Chefärztin der Abteilung "Psychiatrie und Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen" Akademisches Lehrkrankenhaus Tiefenbrunn bei Göttingen von 1983-2013, Präsidentin der ISAPP von 2011 bis 2013, Lehr- und Kontrollanalytikerin am Lou-Andreas-Salomé-Institut Göttingen, Veröffentlichungen u. a. zu Themen wie Adoleszenz, Rechtsextremismus, Gewalt, Trauma, Misshandlung, Missbrauch.

Inhalt
Gewalt an Kindern und Jugendlichen verursacht durch die Eltern oder durch andere frühe Pflegepersonen ist ein zentrales Problem im Gesundheitswesen von reichen Ländern. Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und Missbrauch gehen mit Kindersterblichkeit, Krankheit und ungünstigen Folgen für die Gesundheit, Drogen- und Alkoholmissbrauch (besonders bei Mädchen) sexuellem Risikoverhalten, Fettsucht und kriminellem Verhalten einher.
Die Adoleszenz spielt eine zentrale Rolle, ob der/die Jugendliche diese Zeit als eine zweite Chance nutzen kann oder chronisch krank am Rande der Gesellschaft lebt. Warum die Adoleszenz eine besonders wichtige, aber auch risikoreiche Zeit ist, soll genauer dargestellt werden. Therapeutische und pädagogische Umgangsformen und Gefahren, insbesondere im Umgang mit traumatisierten Jugendlichen werden dargestellt und aufgezeigt.
Bei einer Traumatisierung innerhalb der Bindungsbeziehung sind Besonderheiten zu berücksichtigen. In der pädagogischen und therapeutischen Arbeit besteht die Gefahr mit den Jugendlichen in das das Bindungstrauma aktivierende Bindungssystem hinein zu geraten – mit der Folge, dass es zu Reinszenierungen und Reaktivierungen früher Traumatisierungen kommt, ohne dass sie zu bearbeiten wären.