24.03.17 bis 24.03.17
Wut- von der Normalität zur Pathologie
Dauer: Freitag: 14:00-20:00
Ort: LFI Oberösterreich
Auf der Gugl 3
4021 Linz
Kosten: Euro 180,00 (für Mitglieder Euro 135,00)
Einheiten: 7 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten
Seminarleitung
Dr.in Heidi Kastner
Fachärztin für Psychiatrie/Neurologie, Ärztin für psychotherapeutische Medizin (Verhaltenstherapie) 1998 Beginn der Tätigkeit im forensischen Bereich im psychiatrischen Konsiliardienst der JA Garsten, in Folge Konsiliartätigkeit auch in den Justizanstalten Linz und Steyr 1999 Aufbau und Leitung der Forensischen Nachbetreuungsambulanz Linz (FORAM) seit 2005 Ausweitung der Nachbetreuungstätigkeit und Aufbau der Forensischen Nachbetreuungsambulanzen in Salzburg und Amstetten 2003 Aufbau und Leitung der Forensischen Abteilung in der JA Wels seit 2005 Primaria der Forensischen Abteilung der Landesnervenklinik Wagner Jauregg, Linz seit 2010 Ärztliche Leitung des Forensischen Zentrums Asten; seit 2005 Gutachtertätigkeit v.a. im Bereich des Strafrechts.

Inhalt
Darf Wut sein? Ja, sie soll sogar. In unserer Gesellschaft ist Wut, diese heftige Gefühlsregung, geächtet und negativ bewertet. Sehr zum Schaden für ein gelingendes Zusammenleben. Denn wer dieses Gefühl immer im Zaum hält, schafft sich andere Ventile: Zynismus, der beleidigt und entwertet; psychosomatische Erkrankungen oder chronisches gekränkt sein.

Heidi Kastner weiß als Gerichtspsychiaterin nur zu genau, wohin Wut führen kann, wenn sie nicht ins Alltagsleben integriert ist.

Anhand von Fallbeispielen und Rückgriffen auf Psychologie und Geschichte zeigt dieses Seminar, wie sich die Spielregeln im Umgang mit Wut im Lauf der Zeit geändert haben und in welch engem Korsett der Gefühlsäußerungen wir heute leben. Thematisiert werden auch die Wut-affinen Persönlichkeitskazentuierungen und -störungen und die Frage, wie sehr das Gesetz (und damit das gesellschaftlich gültige Regelwerk) den Ausleben von Wut akzeptiert oder sanktioniert.

Das Seminar ist u.a. auch auf die Geradlinigkeit des Ausdrucks und die Anerkennung der eigenen Emotionen – der „guten“ wie der „bösen“ ausgerichtet. Denn, so schrieb schon der französische Philosoph Montaigne: „Alle offen zutage tretenden Laster sind weniger schlimm; am gefährlichsten werden sie, wenn sie sich unter dem Mantel seelischer Gesundheit verstecken.“