14.09.18 bis 15.09.18
Wege aus der Ohnmacht
Systemisch-therapeutische Ansätze eines Familiencoachings mit „Multiproblemfamilien“
Dauer: Freitag: 15:00-20:30
Samstag: 09:00-17:00
Ort: Hotel Bokan
Mainersbergstraße 1
8051 Graz-Gösting
Kosten: Euro 320,00 (für Mitglieder Euro 270,00)
Einheiten: 15 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten
Seminarleitung
Dipl.-Psych. Tobias von der Recke (D)
Diplom-Psychologe, Approbierter Psychologischer Psychotherapeut Systemischer Therapeut (DGSF) Systemischer Supervisor, Coach und Organisationsentwickler (DGSF) Lehrender für Systemische Beratung und Systemische Therapie (DGSF), Systemisches Coaching (DGSF). Systemische Supervision (DGSF), Klinische Hypnose (M.E.G.) und Psychodrama (1 Jahr bei Yaacov Naor) 10 Jahre als Psychologe in der Heckscher Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie 2001 Gründung von Competto – Training und Beratung mit Peter Uffelmann Seit 1996 selbständig als Psychotherapeut, Coach, Supervisor und in der systemischen Weiterbildung in München, Hamburg, Russland, Österreich, Schweiz 2004 bis 2014 Leitung "Intensive Familienberatung" am Jugendamt Weilheim-Schongau Seit 2005 Gründer und Inhaber des Münchner Instituts für Systemische Weiterbildung (misw)

Inhalt
Inhalte:
- Grundhaltungen und Überblick über die aufsuchende systemische Arbeit mit Familien
- Persönliche Zugänge zur Familienarbeit
- Besonderheiten in der Arbeit mit „Multiproblemfamilien“

Die aufsuchende Familienarbeit wendet sich häufig im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe an Familien, die sich in akuten oder auch lange anhaltenden Nöten befinden. Immer wiederkehrende Eskalationen von problematischen Familiensituationen sowie erstmalig auftretende spezielle Problemlagen, die das Familiensystem gefährden, können Indikationen für das Installieren aufsuchender Familienarbeit sein. Diese Familien wenden sich aus verschiedenen Motiven und nicht immer freiwillig an eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle und so bietet die Sicherheit des häuslichen Umfeldes oft eine Grundlage für die Akzeptanz eines Beratungsangebotes. Weiterhin können alle Familienmitglieder in die Beratung bzw. Therapie einbezogen werden. Dem Hilfsangebot misstrauisch gegenüberstehende Personen erhalten die Möglichkeit, Nähe und Distanz zu den TherapeutInnen selbst zu wählen. Ziel der Arbeit mit den Familien ist es, den Kindern und Jugendlichen ein entwicklungsförderndes Umfeld zu gewährleisten, ohne das Familiensystem mit einer Unterbringung eines oder mehrerer Familienmitglieder in stationären Heimen, in psychiatrischen Kliniken oder Kriseneinrichtungen aufzulösen.
In vielen dieser Familien ist anfänglich eine große Skepsis gegenüber Veränderungen vorhanden, die grundsätzlich zu respektieren ist und die in die Arbeit eingebaut wird. Die Familien werden ermutigt, Hoffnung und Zutrauen in sich selbst und ihre Familien zu entwickeln. In einem wertschätzenden Klima werden Hilfeprozesse initiiert, die zeitlich und thematisch begrenzt sind. Problematische Verhaltensweisen werden als intensives Festhalten an dysfunktionalen Lösungsversuchen des Systems verstanden und dementsprechend werden die Interventionen ausgerichtet.
Im Seminar erforschen wir zunächst die eigenen Zugänge zur Arbeit mit Familien. In der Folge wird gezeigt, nach welchen Grundzügen und mit welchen Haltungen die aufsuchende Familienunterstützung sinnvollerweise gestaltet werden soll, um erfolgreich zu sein. Weiters, wie im Zwangskontext erfolgreich gearbeitet werden kann und welche Elemente und Inhalte aus der Familientherapie im Kontext von Familienberatung, Familienunterstützung oder Familienbegleitung nützlich sein könnten.
Methoden:

• Zirkularität und Zirkuläre Fragen
• Skulptur- und Aufstellungsmethoden
• Strukturelle Interventionen
• Das Konzept der „Neuen Autorität“ (Haim Omer) und Methoden des gewaltfreien Widerstands