26.04.19 bis 27.04.19
Traumasensible systemische Zugänge in komplex traumatischen Konstellationen
Dauer: Freitag: 15:00-20:30
Samstag: 09:00-17:00
Ort: Graz
Kosten: Euro 320,00 (für Mitglieder Euro 275,00)
Einheiten: 15 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten
Seminarleitung
Dipl.Psych. Karl Heinz Pleyer (D)
Dipl. Psych., PP (app), Lehrtherapeut für Systemische Therapie, Lehrender f. Systemische Beratung u. Supervision (DGSF), langjährige Arbeit in stationärer und ambulanter KJP und Arbeitsfeldern der Jugendhilfe, 1995 bis 2008 therapeutischer Leiter einer kinderpsychiatrischen Tagesklinik, Weiterbildungen in VT, GT, Spieltherapie und Syst. Familientherapie, Mitbegründer der Rheinischen Gesellschaft für systemische Therapie: (www.rgst.de) Pleyer, K.H. (2001): Systemische Spieltherapie – Kooperationswerkstatt für Eltern und Kind. In: Rotthaus, W. (Hrsg.) Systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Heidelberg, Carl Auer Systeme Pleyer, K.H. (2003): Parentale Hilflosigkeit, ein systemisches Konstrukt für die therapeutische und pädagogische Arbeit mit Kindern. Familiendynamik, 28 (4): 467-491 Pleyer, K.H. (2004): Co-traumatische Prozesse in der Eltern- Kind- Beziehung. Systhema 18 (2): 132-149 Pleyer, K.H. (2006): Elterncoaching als unverzichtbarer Baustein in der Kindertherapie in: Cornelia Tsirigotis, Arist von Schlippe u. Jochen Schweitzer (Hrsg.), Coaching für Eltern, Heidelberg, Carl Auer Verlag Korittko, A. & Pleyer, K.H. (2010): Traumatischer Stress in der Familie, Systemtherapeutische Lösungswege. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht (vierte neu bearbeitete Auflage 2013)

Inhalt


Nicht selten werden hinter scheinbarer erzieherischer Inkompetenz von Eltern und ihrer erlebten Hilflosigkeit Bewältigungsmuster erkennbar, die ihre Wurzeln in individuellen oder gemeinsam erfahrenen traumatischen Belastungen haben. Dies gilt oft ebenso für Kinder, die dominant aggressiv oder auch ängstlich vermeidend in Erscheinung treten. Wenn die Bewältigungsmuster des Einen zur traumatischen Belastung für den Anderen werden, können wechselseitige Anpassungsprozesse in Teufelskreise einmünden und fortdauernde, Leid erzeugende Interaktionen in der Eltern- Kind- Beziehung hervorrufen.
Es werden die Prinzipien systemischen Arbeitens dargestellt, die von der Grundannahme ausgehen, dass kindliche Symptombildung nicht nur als Bewältigungsstrategie in einem traumatischen Beziehungskontext zu verstehen ist, sondern oft auch darauf abzielt, elterliche Defizite zu kompensieren oder das Trauma der Eltern zu „heilen“.

Im Mittelpunkt stehen traumapädagogische bzw. -therapeutische Ansätze und die Konzepte „parentale Hilflosigkeit als Traumafolge“, „parentale Traumatisierung“ und „co-traumatische Prozesse“ zwischen Eltern und Kindern. Kursteilnehmende sollen Coachingmethoden und Arbeitsansätze kennenlernen, die betroffenen Eltern helfen können, elterliches Wirksamkeitserleben zurückzugewinnen, sich als Bindungsperson und verlässlicher Anker zu präsentieren und ihren Kindern durch psychische und physische Präsenz angemessen Schutz und Orientierung zu geben.

Teilnehmende sollen Vorgehensweisen kennenlernen, die zum jeweiligen beruflichen Arbeitsfeld passen. Dargestellte Methoden sollen nicht kritiklos übernommen werden. Sie dienen eher als Anregungen, den eigenen ganz persönlichen Arbeitsstil zu finden und weiter zu entwickeln.