12.11.10 bis 13.11.10
Grau kann auch bunt sein - es kommt nur auf die Sichtweise an.
Arbeit mit behinderten und chronisch kranken Kindern und deren Familien
Dauer: Freitag: 15.00-20.00 Uhr
Samstag: 9.00-17.00 Uhr
Ort: Lehranstalt für systemische Familientherapie
Trauttmansdorffgasse 3A, 1130 Wien
Kosten: Euro 275,00 (für Mitglieder Euro 230,00)
Einheiten: 15 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten
Seminarleitung
Mag.a Sigrid Sohlmann
Psychotherapeutin SF, Kinder - und Jugendtherapeutin, Psychoagogin, Supervisorin
Vortrags- und Beratertätigkeit bei Lehranstalt für Systemische Therapie, Verein für psychosoziale und psychotherapeutische Aus-, Fort- und Weiterbildung (VPA), MAG ELF der Stadt Wien, Fachhochschule für Pädagogik, Campus Wien, Österreichische Gesellschaft für Prä- und Perinatale Medizin, Heilpädagogische Gesellschaft Österreich, Elternnetzwerk – Integration Wien. Wissenschaftliche Publikationen Bücher: „Behinderung bei Kindern und Jugendlichen“, Verlag Facultas und „Frauen u. Krebs“, Autoren Sohlmann und Dadak, Verlag Maudrich.

Inhalt
Grau kann auch bunt sein – es kommt nur auf die Sichtweise an

Behinderung des Kindes, Chronische Erkrankungen

Die Mitteilung einer Behinderung oder chronischen Erkrankung verändert die Lebensperspektive der betroffenen Eltern schlagartig. Das gilt sowohl für Eltern, die die Diagnose sofort nach der Geburt erfahren, als auch für Eltern, die über längere Zeit die Entwicklungsauffälligkeit ihrer Kinder wahrgenommen haben und schlussendlich die Dauerhaftigkeit der Behinderung anerkennen müssen. Zu jedem Zeitpunkt aber bedeutet die Anerkennung der Diagnose einen Abschied von der Hoffnung auf ein gesundes, sich normal entwickelndes Kind. Eltern müssen sich mit Enttäuschung, Trauer und anderen Gefühlen, die mit diesem Abschied verbunden sind, den Folgen der Behinderung für die Entwicklung des Kindes und den eigenen persönlichen Einschränkungen auseinandersetzen, die seine Betreuung und Erziehung mit sich bringen wird. Daher ist Elternarbeit und Elternberatung ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.
Aber auch behinderte Kinder haben dieselben Grundbedürfnisse wie alle anderen Kinder, nur gehört sehr viel mehr Energie dazu, diese Bedürfnisse zu befriedigen. Sie haben als Kinder mit „besonderen Bedürfnissen“ auch ein Recht darauf, als solche behandelt zu werden – mit allen Konsequenzen, nämlich auch denen, erzieherischen Handelns.
Wichtig für den Umgang mit diesen Kindern ist das Wissen, dass das Potential zu Veränderung und Weiterentwicklung nicht in den Defiziten liegt, sondern in den Ressourcen und es liegt an uns im Umgang mit ihnen, diese aufzuspüren, zu fördern und zu nutzen. Es sind die kleinen Schritte der Veränderung, die aufmerksam wahrgenommen werden müssen, denn diese bergen das Potential zu weiteren Entwicklungsschritten. Auch die Bedürfnisse nicht behinderter Geschwister sind unbedingt zu berücksichtigten und nicht zu unterschätzen.
Ein ganz wichtiger Punkt in der therapeutischen Arbeit aber ist die Zusammenarbeit und Vernetzung mit allen Bezugspersonen, sowie Eltern, PädagogInnen, Ärzten, Kliniken und anderen Therapeuten.


AnsprechspartnerInnen sind PsychotherapeutInnen, PsychologInnen, Pädagog¬Innen, ÄrztInnen, Studierende der Psychologie, Sonder-Heilpädagogik, Pädagogik und Humanmedizin.