Dieses Seminar ist ein Teil des Curriculums Trauma und Kind
11.09.15 bis 12.09.15
Frühkindliche Traumatisierungen
Interaktionszentrierte Diagnostik und Behandlung von Kleinkindern und ihren Eltern auf der Grundlage eines transgenerationalen Verständnismodells
Dauer: Freitag: 15:00-20:30
Samstag: 09:00-17:00
Ort: LFI Oberösterreich
Auf der Gugl 3
4021 Linz
Kosten: Euro 260,00 (für Mitglieder Euro 210,00) inkl. Pausenverpflegung und Mittagessen
Einheiten: 15 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten
Seminarleitung
Dipl.-Psych. Thomas Kämpfer
Diplompsychologe (Universität Hamburg) Klinischer und Gesundheitspsychologe (BMFG), Säuglings-Kleinkind-Elternberatung/Psychotherapie (Akademie für Entwicklungsförderung München), Klinische Hypnotherapie (MEI Hamburg), Supervision, Coaching und psychodynamische Organisationsentwicklung (IPOM München), … Leiter eines psychosozialen Beratungszentrums in der Steiermark, berufliche Tätigkeiten u.a. als fallführender Stationspsychologe und anschließend psychologischer Leiter der kinder- und jugendpsychiatrischen Institutsambulanz und Schreiambulanz in der KJPP des NLKH Lüneburg, Leiter des Kinderschutzzentrums Graz, Behandlung kriegstraumatisierter Kinder im Kosovo (DRK), … Vortrags- und Fortbildungstätigkeit als Lehrbeauftragter für die Facharztausbildung Psychiatrie, Kin-der- und Jugendpsychiatrie und Pädiatrie in Niedersachsen, Universität Lüneburg, Land Steiermark, Jugend am Werk Steiermark, HPZ Graz, GkPP, Dachverband der sozialpsychiatrischen Trägervereine Steiermark u.v.m.

Inhalt
Dieses Seminar ist Teil der Seminarreihe: Trauma und Kind. Es kann die gesamte Seminarreihe oder auch das Seminar einzeln gebucht werden.

Die schwerwiegenden Auswirkungen, die physische Traumatisierungen wie körperliche Gewalt und sexuelle Misshandlungen für die weitere Entwicklung eines Kindes haben können sind allseits bekannt und unbestritten. Das Risiko physische Gewalt zu erleiden, ist besonders im ersten Lebensjahr sehr hoch.

In der Säuglings- und Kleinkinderzeit können jedoch noch weitere Lebenserfahrungen traumatisierend wirken. Insbesondere schwere Störungen der frühen Eltern-Kind-Interaktion mit emotionaler Vernachlässigung und Missachtung von grundlegenden Bedürfnissen des Kindes können sich als traumatische Belastungen auswirken.

Doch wie sind diese dysfunktionalen Beziehungsgestaltungen festzustellen, zu verstehen und zu bearbeiten? Weshalb kommt es zu mangelnder Feinfühligkeit der Bezugspersonen, zu Abweisung oder Feindseligkeit gegenüber dem Kind, zu Unterlassung oder Überprotektion, zum Nicht-reagieren auf die seelischen Bedürfnisse des Kindes und zu fehlender Vorhersehbarkeit? Und wie wirken sich diese negativen Beziehungserfahrungen auf die kindliche Entwicklung, speziell die Bindungsorganisation und die emotionale Entwicklung des Kindes aus?

Im Seminar werden -auf der Grundlage der Erkenntnisse der modernen Säuglings- und Bindungsforschung und des Konzepts der transgenerationalen Weitergabe- Verständnismodelle und multimodale Behandlungsansätze für Eltern mit Neugeborenen und Kleinkindern vorgestellt. Die videounterstützte Interaktionsdiagnostik ist dabei das zentrale diagnostische und therapeutische Instrument.

Ziel des Behandlungsansatzes ist es, die Empathie und Feinfühligkeit der Eltern zu stärken, ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene negative Beziehungserfahrungen zur reflektieren und diese nicht auf die Beziehung zum eigenen Kind zu übertragen.