Dieses Seminar ist ein Teil des Curriculums Eintauchen in die Welt der Kinder
17.11.17 bis 18.11.17
Schlimme Jungs (und Mädchen)
Kinder und Kindertherapie zwischen oppositionellem Trotz, Aufmerksamkeitsdefiziten und störendem Sozialverhalten
Dauer: Freitag: 15:00-20:30
Samstag: 09:00-17:00
Ort: Akademie für Fortbildungen und
Sonderausbildungen – AKH Wien
Bauteil 87
Spitalgasse 23
1090 Wien
Kosten: Euro 320,00 (für Mitglieder Euro 270,00)
Einheiten: 15 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten
Seminarleitung
MMag. DDr. Alain Schmitt
Klinischer Psychologe und Psychotherapeut (Systemische Familientherapie), Tierarzt Bis 1996 Universitätskarriere, dann im Unabhängigen Kinderschutzzentrum Wien tätig Seit 2001 in freier Praxis in Wien mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen im Einzel- und Familiensetting coachend, supervidierend, beratend und psychotherapeutisch tätig Zahlreiche Fachpublikationen

Inhalt
Trotzköpfe, Zappelphillipe und Traumliesen sind heute die häufigsten Probleme in Erziehungsberatungsstellen und Kindersychotherapiepraxen, und in Schulen. Schwierige, verhaltensauffällige Kinder, Teenager oder Jugendliche, die nicht ruhig sitzen, herumkaspern, eventuell andere bedrohen oder schlagen, Wutanfälle haben, Regeln wenig befolgen, Hausaufgaben vergessen oder verweigern, nicht das aufs Papier bringen was sie scheinbar können usw.
Diese Beschreibung deutet an, dass es bei den sogenannten expansiven Störungen zwei Erscheinungsbilder gibt (ADHS und gestörtes Sozialverhalten). Diese kommen sehr oft zusammen vor, epidemiologisch gesehen in 30-50% der Fälle und nicht selten kommen weitere Schwierigkeiten dazu, etwa Ängste und Teilleistungsstörungen. ErzieherInnen wie Eltern sind genervt, verzweifelt, wütend-ohnmächtig, traurig, haben Schuldgefühle ob des eigenen Versagens oder Überreagierens, sehen jeder Begegnung mit dem Kind mit Angst vor erneutem Misslingen entgegen.

Im Seminar werden zunächst die diagnostischen und therapeutischen Grundlagen und Prinzipien anhand von Kurzfilmen und Beispielen vermittelt, und die Theorien und empirischen Belege über „Ursachen“ vorgestellt (vom „narzisstischen Kind“ mit „schwierigem Temperament“ zum „distanzierten, inkonsequenten und druck- und zwangausübendem Erziehungsstil“ der Eltern).

Fallbespiele illustrieren die therapeutischen Zugänge. Bewährt haben sich (multi)systemisches Vorgehen, d. h. die hypothesengesteuerte Kombination von einzel- und familientherapeutischem Vorgehen, das den (diplomatischen) Umgang mit Schule, LehrerInnen und Aufträgen anderer Dritter inkludiert. Auch Belohnungs- und (eventuell) milde Bestrafungssysteme und die Beachtung der psychoynamischen Ebene (z.B. die Verteilung von Liebe und Eifersucht) sind nützlich. Dies alles wird detailliert besprochen, theoretisch begründet und geübt.