Dieses Seminar ist ein Teil des Curriculums Eintauchen in die Welt der Kinder
23.06.17 bis 24.06.17
Das Spiel des Lebens
Focusing und Erlebniszentrierte Methoden in der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Dauer: Freitag: 15:00-20:30
Samstag: 09:00-17:00
Ort: Bildungshaus Mariatrost
Kirchbergstraße 18
8044 Graz
Kosten: Euro 305,00 (für Mitglieder Euro 260,00)
Einheiten: 15 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten
Seminarleitung
Mag.a Lucilla Polosa
Personenzentrierte Psychotherapeutin & Psychologin (Uni. Klinik für Psychiatrie - Innsbruck; Privatpraxis - Innsbruck; Jugendamt Innsbruck Stadt und Land ) Lehrtherapeutin für Selbsterfahrung und Supervision (VRP Wien) Kinder und Jugend Psychotherapeutin Obfrau des Vereins „Die Lebensquelle in dir“ (Psychohygiene und Traumabewältigung nach einer Naturkatastrophe) Arbeitsschwerpunkte: Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Einzel – und Gruppensetting) Selbsterfahrung, Supervision, Seminare, Vorträge, Forschung – und wissenschaftliche Arbeit Psychosomatik, Essstörungen, Angst, Trauma und Traumabewältigung (Missbrauch, Misshandlungen, Missbrauch in der Psychotherapie, Traumabewältigung bei Naturkatastrophen)

Inhalt
Spielen hat eine besondere Bedeutung in der Entwicklung des Kindes. Das Spiel ermöglicht dem Kind, wichtige Entwicklungsschritte zu machen, die sein Selbstkonzept, den Umgang und die Regulation von Emotionen, den Aufbau von sozialen Beziehungen, die Umwelterfahrung, usw. betreffen.
Ein Kind erobert sich spielend die Welt, macht sich in seinen Spielen verständlich und sammelt seine wesentlichen Erfahrungen.
Das Spiel ist deshalb ein wertvolles therapeutisches Mittel. Die Personenzentrierte Spieltherapie nutzt die Tatsache, dass sich die kindliche Seele und die kindliche innere Welt direkt im spontanen Spiel manifestiert. Im geschützten Therapie-Raum wird das Spiel eine wesentliche Ressource zur Selbstheilung die neue Lebenskraft freisetzt.
Focusing und Erlebniszentrierte Methoden sind in der therapeutischen Arbeit mit Jugendlichen wertvolle Ausdrucks– und Therapiemittel. Sie ermöglichen es den Jugendlichen ihre Welt und ihre Gefühle nach außen zu kommunizieren, dadurch in der Therapie eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, neue Wege aus der Krise zu entdecken und auszuprobieren bzw. eine neue Orientierung zu finden.
Auf dem Weg zum Erwachsenwerden bietet das Spielen wichtige Ressourcen um Erfahrungen über sich selbst (was ich bin, was ich werden will, was ich sein kann) machen zu können und das eigene Leben zu gestalten.
In der Spieltherapie wird auf der Ebene der „zweiten Realität des Möglichkeitsraumes und der Phantasie“ das Leben gespielt, um sich auf das wirkliche Leben vorzubereiten.
Spieltherapie ist jedoch nicht nur für Kinder und Jugendliche wichtig! Das Einsetzten des Spielens kann auch in der Psychotherapie mit Erwachsenen wertvoll sein. Im geschützten Möglichkeitsraum der „spielerischen Realität“ wird das menschliche Grundbedürfnis zur aktiven Gestaltung wieder freigesetzt und ein tiefer Kontakt zum „inneren Kind“ ermöglicht.
Das Seminar bietet die Möglichkeit die Spieltherapie, das Focusing und Erlebnisaktivierende Methoden auf der theoretischen Ebene kennenzulernen und im Rahmen des praktischen Teils selbst zu erleben und auszuprobieren.

Im Seminar werden u.a. folgende Themen vertieft:

Theorieteil:
- Einführung in die Personenzentrierte Psychotherapie für Kinder und Jugendliche
- Therapeutische Arbeit mit Focusing, Imaginationen und Visionen/Innere Bilder
- Therapeutische Arbeit mit Märchen
- Kreative und Erlebniszentrierte Methoden (Themenzentrierte Angebote, Malen und Gestalten, Schreiben/Lesen, Musik, Aufstellungen, Körper/Bewegung, Aktivitäten in der Natur, …)
- Das Spiel als therapeutisches Mittel
- Umgang und Bedeutung der verschiedenen Arten von Spielen (Rollenspiele, Kampfspiele, Regelspiele,...)
- Personenzentrierte Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen

Praktischer Teil mit Selbsterfahrungscharakter:

- Arbeit mit Focusing, Aufstellungen und Erlebniszentrierte Methoden
- Innere Bilder, Wunschliste und Wunschplakate
- Märchen spielen und Geschichten erzählen
- Spiele ausprobieren (Rollenspiele, Regelspiele, Kampfspiele)

Alle Teilnehmer sollten 1 Foto aus der Kindheit, 1 Foto aus der Jugendzeit und das Lieblingslied (Musik und/oder Text) aus der Kindheit mitnehmen. Jede/r Teilnehmer/in muss sich kurz über: Lieblingsmärchen, Lieblingsbuch, Lieblingsfilm, Lieblingsgedicht und Lieblingsspiel aus der Kindheit/Jugendzeit Gedanken machen.


Literaturtipp:
- „Wege durchs Labyrinth – Personenzentrierte Beratung und Psychotherapie mit Jugendlichen“ Sabine Weinberger, Christiane Papastefanou – Juventa Verlag
- „Traumatherapie mit Kindern – Strukturierte Trauma-Intervention und traumabezogene Spieltherapie“ Dorothea Weinberg, Klett-Cotta Verlag